Ostbayerischer Jakobsweg - Südvariante
Von Prag zur tschechischen Grenze bei Vseruby/ Eschlkam
Unüberwindliche Sprachprobleme gab es nicht. Einmal identifiziert als Ausländer bzw. Deutscher versuchte man nicht selten, uns durch Wechsel ins Deutsche ( ältere Leute ) oder Englisch ( jüngere ) entgegen zu kommen. Hundehaltung ist in Böhmen offenbar weit verbreitet. Meistens auf eingezäunten Grundstücken gehalten machen sich die Wachhunde häufig lautstark bemerkbar.
2. Tag: Radotin – Karlstejn ( ca. 16 km )
In der Ortsmitte von Radotin trifft man auf die aus dem benachbarten Zbraslav ( zwischen Berounka und Moldau gelegen ) kommende rote Markierung, der man nach Westen auf dem Hochufer des Berounka – Flusses bis nach Karlstejn mit seiner berühmten Burg Karl’ IV. folgt. Dabei bewegt man sich auf einer Strecke, auf der gleichzeitig auch der Europafernwanderweg E 10 verläuft und die in der Karte bereits als Svatojakubska Cesta ( Jakobsweg ! ) bezeichnet ist.
Man verlässt Karlstejn auf einer gelben Markierung ( gleichzeitig E 10 ) in Richtung Süden und überquert die Berounka hinüber nach Zad. Treban. Bei der Ortschaft Halouny folgt man zuerst bergauf der blauen Markierung. Etwa 1,5 km hinter Halouny, in der Nähe des Teiches Jezirko und einer etwas obskuren Hüttensiedlung, wo man auf die gelbe Markierung treffen sollte, wurden die Markierungen rund um die Bergkuppe systematisch gelöscht! Anhand der Karte kann man sich jedoch den Weiterweg leicht selbst erschliessen ( genau in Richtung Süden bzw. vom höchsten Punkt aus gesehen halbrechts haltend ). Nach wenigen Metern taucht die gelbe Markierung tatsächlich wieder auf. Sie führt weiter zur roten Markierung in Richtung Kytin ( wer an diesem Punkt der roten Markierung in die Gegenrichtung nach Nordosten folgt, erreicht nach kurzer Strecke beim Höhenheiligtum Skalka das nahe Mnisek pod Brdy mit seiner Jakobskirche, welches Tagesziel der Direktvariante ist – siehe unten ). Hinter Kytin stößt man schließlich auf eine blaue Markierung, die einen auf schönen Waldstrecken und ohne grosse Höhenunterschiede zum Tagesziel Dobris bringt. Durch diese Stadt führte einst der Goldene Steig in Richtung Bayern.
4. Tag: Dobris – Pribram ( ca. 14 km )
In Dobris trennt man sich vom E 10, der weiter nach Südosten zieht, während der Jakobspilger seiner Generalrichtung Südwest treu bleibt. Man verlässt die Stadt ohne Markierung auf der Ortsverbindungsstraße nach Rosovice, welches man nach 5 km erreicht. Dort beginnt an der Bushaltestelle eine blaue Markierung, der man über Holsiny und Bukova folgt. Nach dem Wiedereintritt in den Wald trifft man auf eine grüne Markierung, entlang der man bequem nach Süden bis nach Pribram geht. Man betritt das Stadtzentrum bei der Kirche St. Jakob.
Man kann Pribram verlassen entweder entlang der gelben Markierung über den Heiligen Berg oder kürzer mitten durch die Stadt entlang der Straße Nr. 18 ( Richtung Rozmital ). Im Vorort Vysoka Pec treffen diese gelbe Markierung und die Straße wieder zusammen. Von hier ab folgt der Jakobspilger der blauen Markierung nach links durch den Wald nach Rozmital pod Tremsinem. Rozmital ist eine pittoreske kleine Stadt mit mittelalterlicher Burg.
In Rozmital steht das Wohnhaus von Jakub Jan Ryba, eines Mozart – Zeitgenossen, dem Komponisten der berühmten und geschätzten „tschechischen Weihnachtsmesse“.
An diesem Tag steht die Durchquerung des landschaftlich sehr schönen Prirodny Park Tremsin ( Naturpark ) mit dem Berg Tremsin ( 827 m ) als höchstem Punkt an. Aus Rozmital heraus ( Blick auf die Kirche von Alt-Rozmital ) führt eine rote Markierung zum Tremsin mit seiner Burgruine.
Beim letzten dieser Teiche mit Namen Ujezdsky Ryb kann man auf der Ortsverbindungsstrasse nach links in Richtung Lnare abbiegen ( dort Schlosshotel und ein weiteres einfacheres Hotel ). Der nächste Tag beginnt dann jedoch mit einem 4 km langen Anmarsch nach Kasejovice auf einer roten Markierung.
Die rote Markierung führt durch Kasejovice hindurch und bringt den Pilger nach Nepomuk, dem Geburtsort des Hl. Johannes Nepomuk. Der touristisch erschlossene Ort wird durch zwei Kirchen dominiert: die an der Stelle des Geburtshauses des Ortsheiligen errichtete barocke Kirche am großen Stadtplatz sowie die gotische Kirche St. Jakob. Von Ferne grüßt zudem von einem Hügel die Marien - Wallfahrtskirche Zelena Hora ( Grünberg ).
Von Nepomuk aus wendet man sich zuerst auf der roten Markierung nach Süden, um auf schönen Waldwegen den Prirodny Park Planicky Hreben Kakov ( Naturpark ) bis nach Planice zu durchqueren. In Planice dreht die Wegrichtung auf gelber Markierung endgültig nach Westen, um durch schöne Waldgebiete und über den Barak ( 706 m ) schließlich Klatovy ( Klattau ) zu erreichen. Die Stadt ist eine Gründung von Fernhändlern am Weg nach Bayern. Sie war einst ein wichtiger Stützpunkt des radikalen Flügels der Hussiten.
Man verlässt Klatovy nach Westen auf einer roten Markierung. In der Nähe des Bahnhofs trifft man auf eine grüne und eine blaue Markierung und hat damit zwei Optionen, um nach Kdyne ( Gedein ) zu gelangen. Entweder auf der blauen Route, die über Bezdekov hinaus nach Westen führt. Oder die über Tajanov aus der Stadt hinausführende, einsamere grüne, die aber ziemlich anspruchsvoll ist, da sie am Ende über den 773 m hohen Korab ( Gipfelrestaurant des KCT ) führt. Wer den steilen Abstieg hinunter nach Kdyne auf der gelben Markierung scheut, sollte besser von Klatovy aus die blau markierte Alternativroute nehmen.
Durch Gedein führte der uralte Handelsweg hinaus nach Eschlkam und Neukirchen b. Hl. Blut.
Auch aus Kdyne hinaus in Richtung Grenze kann man zwischen zwei Optionen wählen: der direkteren gelben Route über den Cepice ( 642 m ), auf welcher zugleich der Europafernwanderweg E 6 verläuft, oder die etwas bequemere grüne, aber längere über Nova Ves. Von dort geht es einer roten Markierung folgend auf den Raj, wo man wieder auf die gelbe Markierung und den E 6 stößt. Aus dem Wald heraustretend sieht man plötzlich in der Ferne die vertraute Silhouette des Hohen Bogen und davor klein, aber deutlich, den weißen Kirchturm von St. Jakob in Eschlkam.
Hinunter nach Hajek und endlich zur Grenze bei Vseruby geht es über die leider verschlossene Wallfahrtskirche von Tannaberk ( Annaberg ). Hier stand einstmals sogar eine Pilgerherberge.
Am Grenzübergang hat auf der bayerischen Seite die Marktgemeinde Eschlkam einen Findling aus Osser - Gneis mit der Inschrift „ Santiago de Compostela 2825 km „ aufgestellt.
Hier beginnt also der » Ostbayerische Jakobsweg.
Direkte Variante:
2. Tag: Radotin – Zbraslav – Mnisek pod Brdy ( ca. 25 km )
Wem wenig Zeit für die Strecke Prag – Vseruby/ Eschlkam zur Verfügung steht, kann 2 Tage dadurch einsparen, dass er von Radotin ausgehend statt nach Karlstejn in die Gegenrichtung hinüber nach Zbraslav geht ( 4 km ) und von dessen südlichem Ortsende Bane´ aus ( Haltestelle einer Buslinie aus/ nach Prag ! ) der roten Markierung direkt nach Mnisek pod Brdy folgt. Der Weg führt ohne große Höhenunterschiede meistens durch Wald. An einer Stelle hat man einen letzten Tiefblick auf die Moldau. Vom Höhenwallfahrtsort Skalka mit der Kapelle von Christoph Dientzenhofer führt schließlich eine grüne Markierung steil hinunter nach Mnisek. Die dortige Festung diente im Mittelalter der Bewachung des Goldenen Steiges nach Bayern.
3. Tag: Mnisek pod Brdy – Pribram ( ca. 35 km )
Wo in Mnisek am Stadtplatz die grüne Markierung endet, beginnt eine blaue, der man hinaus nach Chouzava folgt. Hinter dieser Ortschaft treffen der von Karlstejn herüberkommende E 10 sowie die rote Markierung mit der blauen zusammen und gehen als Blau weiter nach Dobris. Damit ist die Verbindung zur längeren Variante ( siehe auch oben 3. Tag ) hergestellt.
E. Radstrecke:
Am 11. Juni 2005 wurde in Pilsen eine neue Radstrecke Prag – Pilsen – Regensburg eröffnet. Über den Tourismusverband Ostbayern e. V. , Luitpoldstr. 20, 93047 Regensburg , ist ein zweisprachiges Faltblatt mit einer kurzen Routenbeschreibung erhältlich: „ Cyclotrasa Praha – Plzen – Regensburg „ bzw. „ Radweg Regensburg – Pilsen – Prag „. Die Route trifft auf der bayerischen Seite der Grenze in Furth i. Wald auf den Ostbayerischen Jakobsweg für Radpilger.
F. Kontakte und Links
Im übrigen muss vorläufig weiter auf das tschechische Tourismusbüro in Berlin sowie auf den KCT verwiesen werden:
Tschechische Zentrale für Tourismus-Czech Tourism
Friedrichstr. 206
10969 Berlin - Kreuzberg
http://www.czechtourism.com
E-Mail
Tel./Fax: +49 (0)30/ 20 44 770
Tschechischer Touristenklub Prag
Email







